Stark gekämpft, am Schluss ausgepowert
- Anyel Holzer
- 17. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit
EHC Brandis – EHC Kandersteg 3:0 (1:0, 0:0, 2:0)
Spiel vom 15. November 2025
Der EHC Kandersteg zeigte beim Auswärtsspiel in Hasle-Rüegsau eine der geschlossensten und diszipliniertesten Leistungen der Saison. Auch wenn das Resultat mit 3:0 zugunsten des Tabellenzweiten EHC Brandis nüchtern klingt, war es alles andere als ein einseitiger Abend. Brandis kam mit fünf Siegen in Serie und entsprechend breiter Brust ins Spiel – und traf auf einen Gegner, der sich davon keinerlei Eindruck machen liess. Einstellung, Einsatz und Moral waren bei Kandersteg klar auf Spitzenniveau.
Top-Einstellung, viel Arbeit und ein ärgerliches Gegentor
Vom ersten Bully weg zeigte Kandersteg, dass man nicht als Statist angereist war. Laufstark, konzentriert und mit der nötigen Portion Biss im Zweikampf hielt die Mannschaft dagegen, als wäre es ein Playoff-Duell. Brandis übernahm wie erwartet die spielerische Initiative, doch Kandersteg störte früh, blockte Schüsse und arbeitete extrem sauber nach hinten.
Auch offensiv gab es Akzente: Einige hart erkämpfte Chancen sorgten dafür, dass Brandis sich keineswegs gemütlich zurücklehnen konnte.
In der 14. Minute dann die erste ärgerliche Szene aus Kandersteger Sicht: Hirsbrunner nutzte eine der wenigen Lücken und schob zum 1:0 ein. Ein bitterer Moment, denn Kandersteg war bis dahin voll im Spiel und hätte den Rückstand nicht zwingend verdient.
Mit zwei weiteren Strafen gegen die Gäste wurde das Drittel zusätzlich erschwert, doch das Unterzahlspiel funktionierte solide. Kandersteg überstand heikle Momente und blieb im Spiel.
Kompakt, diszipliniert und mit viel Herz
Im Mitteldrittel zeigten sich die Kandertaler taktisch sehr reif. Die Mannschaft stand kompakt, schloss die Mitte gut und zwang Brandis zu Abschlüssen von außen. Zwar blieben die Gastgeber gefährlicher, doch das Verteidigungskollektiv Kanderstegs arbeitete enorm diszipliniert.
Auch in Unterzahl zeigte sich das Team stabil. Goalie Janis Chatelain und seine Mitspieler klärten mehrere Situationen, Brandis konnte seine Qualität nicht in Tore ummünzen. Offensiv blieb Kandersteg zwar seltener in der Zone der Gastgeber, erarbeitete sich aber weiterhin einzelne gute Momente – ein Zeichen dafür, dass die Moral intakt war.
Es war ein enges Drittel, in dem Kandersteg defensiv auf einem sehr hohen Niveau agierte und Brandis spürbar frustrierte.
Am Limit gekämpft, am Ende fehlten die Kräfte
Mit einem knappen 1:0 in den letzten Abschnitt zu starten, zeigte, wie stark Kandersteg zuvor verteidigt hatte. Doch genau hier wurde der Unterschied zwischen den Teams sichtbar: Brandis konnte vier komplette Linien durchrotieren lassen, während Kandersteg mit drei Blöcken am absoluten Limit spielte.
Je länger das Drittel dauerte, desto stärker drückte Brandis. Die Gastgeber kamen Welle für Welle, hielten das Tempo hoch und zwangen Kandersteg zunehmend zu langen Verteidigungsphasen.
In der 53. Minute fiel das 2:0 durch Homberger, nur zwei Minuten später erhöhte Widmer auf 3:0. Es waren Treffer, die weniger aus Fehlern Kanderstegs entstanden als aus der schieren Breite und Ausgeglichenheit des Brandis-Kaders.
Trotz des Rückstands arbeitete Kandersteg weiter vorbildlich, kämpfte bis zur Sirene und zeigte keinerlei Auflösungserscheinungen – ein starkes Zeichen des Charakters.
Fazit – Leistung, die Mut macht
Das 3:0 für Brandis erzählt nur einen Bruchteil der Geschichte dieses Spiels. Über zwei Drittel forderte Kandersteg den Tabellenzweiten ernsthaft, kompakt und mit viel Herzblut. Erst in den Schlussminuten machte sich bemerkbar, dass Brandis aus dem Vollen schöpfen konnte.
Wenn Kandersteg mit derselben Einstellung, Disziplin und Leidenschaft wie in den letzten beiden Spielen weitermacht, dürfte der weitere Saisonverlauf deutlich erfreulicher aussehen, als die Tabelle aktuell vermuten lässt.
Oder kurz gesagt:
Leistung top – einzig die Punkte fehlen noch.
Toni Stoller
EHC Kandersteg






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