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Euphorie und Ernüchterung nah zusammen

Trotz den besten 20 Minuten der aktuellen Saison musste sich der EHC Kandersteg dem EHC Zuchwil-Regio mit 3:7 Toren geschlagen geben.

Einer der Schwächen der Kandersteger, das Bully-Spiel (Quelle: Andreas Josi)


Start schon fast wie gewohnt

Die Einheimischen starteten einmal mehr gehemmt in die Partie. Die verunsicherte Mannschaft liess wieder die wichtigsten Tugenden wie Laufbereitschaft und körperbetontes Spiel vermissen. Zudem verloren sie schon zu Beginn und auch im weiteren Verlauf des Spiels zu viele Anspiele (Bullys). Dies öffnete umgehend Tür und Tor für den sehr verspielten Gegner. Die Gebrüder Niederhauser – bekannt von HC Mühleturnen – kombinierten sich mit Leichtigkeit durch die Reihen der Kandersteger. Das Trainergespann Augstburger/Fankhauser reagierte umgehend und wirkten in ihrem Timeout auf die Mannschaft ein.


Beste Phase der Saison

Die Wirkung war frappant. Die Oberländer kauften den doch einigermassen überheblichen Zuchwilern den Schneid ab. Sie konnten den Radius des Gegners stark eingrenzen und seinerseits mehr und gefährlichere Torschüsse erzielen, im ersten Drittel noch ohne Erfolg. Wenn die Gäste sich trotzdem durch kombinieren konnten, stand da ein junger Debütant im Kandesteger Tor. Was Nevio Schranz an diesem Abend bot, war phasenweise schlicht sensationell. Immer wieder konnte er mit zum Teil mirakulösen Paraden seine Mannschaft im Spiel halten.


Endlich in Führung

Im zweiten Drittel zahlten sich die Bemühungen der Einheimischen endlich aus. Ein scheinbar harmloser Schuss auf das Tor fand den Weg ins Netz; wieder einmal der Beweis, dass jeder Torschuss gefährlicher sein kann. Die Antwort der Gäste liess nicht lange auf sich warten und der erneute Rückstand wurde keine drei Minuten später Tatsache. Dies konnte aber die Kandesteger in dieser Phase nicht beirren. Eine doppelte Überzahl sollte ihnen den Ausgleich ermöglichen. Die zwei Minuten verstrichen, aber enttäuschend und ohne nennenswerten Abschlussversuch. Just als die beiden Gegner wieder ins Spiel eingreifen konnten, erzielte Martin Lengacher das erhoffte Tor. Dem Zuchwiler Torhüter wurde souverän die Sicht auf den Puck genommen. Genau zwei Minuten später hallte wieder Jubel durch die Eishalle. Eine weitere Überzahl wurde durch Ari Allenbach mit einem gekonnten Ablenker zur erstmaligen Führung in diesem Spiel wie auch in dieser Saison ausgenutzt.


Dumme Strafen brechen das Genick

Die Oberländer konnten das Niveau im zweiten Drittel halten und hatten den Gegner über weite Strecken im Griff. Alles andere wurde eine souveräne Beute ihres Torhüters. Doch wie schon so oft in den vergangenen, gefühlten hundert Jahren brachten sie sich selber um einen möglichen Lohn. Von den sechs Strafen am Ende des zweiten und des dritten Drittels nutzten sie spielstarken Zuchwiler deren drei zu Toren aus; dies nicht unbedingt überraschend. Zu denken geben muss den Kanderstegern, dass diese sich grossmehrheitlich zwischen nativ, ungeschickt und unnötig bewegten. Sie brachten sich so um das lang ersehnte und auch benötigte Erfolgserlebnis. Zudem verfielen sie dadurch wieder in alte Muster mit viel Passivität, schlechtem Timing und mangelndem Köpereinsatz.


Zuversicht behalten

Die besten 35 Minuten der laufenden Saison machen den Schreibenden zuversichtlich für die kommenden Spiele. Die Kandersteger sind ausgeglichener besetzt als in der vergangenen Saison. Wenn alle ihren Job so intelligent, überlegt und dem nötigen Herzblut erfüllen, wie sie das gegen Zuchwil über gewisse Strecken gezeigt haben, können sie auch gegen Mannschaften auf den Playoff Plätzen Punkte erzielen. Konstanz und Intensität über 60 Minuten sowie Cleverness in allen Situationen sind zwei der Schlüssel zum Erfolg.


Andreas Josi

EHC Kandersteg



Matchtelegramm EHC Kandersteg - EHC Zuchwil-Regio 3:7

11.11.2023 Kunsteisbahn Kandersteg

Zuschauer 86

Schiedsrichter Hofer R. / Schädler D.

Strafen EHCK 7x 2 Minuten

EHC Z-R 5x 2 Minuten

Torschützen 4. Niederhauser K. (Niederhauser T., Dick) 0:1;

23. Wandfluh T. (Djerrah, Allenbach) 1:1; 26. Farner (Kucer, Schümperli) 1:2; 32. Lengacher M. (Zurbrügg, Müller) 2:2; 34. Allenbach (Künzi, Wandfluh T.; Ausschluss Schümperli) 3:2; 41. Zanner (Leuenberger, Mombelli; Ausschluss Wandfluh T.) 3:3; 46. Dick (Jost; Ausschluss Rauber) 3:4;

50. Fankhauser 3:5; 53. Dick (Niederhauser K., Niederhauser T.) 3:6;

57. Lüdi (Leuenberger; Ausschluss Zurbrügg) 3:7

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